Fashion Mindset

4 MONATE SHOPPING VERBOT – DER PLAN UND MEINE REGELN

June 23, 2017

Ich habe mir einen 4-monatigen Shopping Ban auferlegt. Vielleicht gibt es einige unter euch, die das jetzt gar nicht schlimm finden einmal 4 Monate nichts zu kaufen. Aber wer mich kennt, weiß, dass ein 4-monatiges Shopping Verbot eigentlich so gar nicht zu mir passt.

ZUR VORBEREITUNG: KLEIDERSCHRANK AUSSORTIEREN!

Trotzdem will ich es unbedingt durchziehen und momentan fällt es mir so gar nicht schwer. Im Gegenteil – es macht mir total viel Spaß NICHTS zu kaufen. Witzig, oder? Als Vorbereitung – und das würde ich jedem empfehlen, der auch einmal so ein Shopping Verbot ausprobieren möchte – habe ich letzte Woche meinen Kleiderschrank aussortiert. (hier gehts zu dem Beitrag) Ich habe mich von 2/3 meiner Kleidungsstücke getrennt. Und das waren 241 Teile!!! Ja, ich habe bzw. hatte sehr viele Klamotten. Viel zu viele.
Es fühlt sich wahnsinnig gut an, so einen großen Teil los zu sein. Diese Woche hatte ich wieder eine Riesen Freude mit meinem Kleiderschrank. Die verzweifelte Frage “was soll ich heute schon wieder anziehen?” kam keine Sekunde auf.

Wie sich die Gedanken in meinem Kopf in den letzten Monaten entwickelt haben, habe ich hier schon einmal angeschnitten.
Trotzdem möchte ich euch gerne noch einmal die Gründe für mein Shopping Verbot aufzählen.

DIE GRÜNDE FÜR MEIN SHOPPING VERBOT

MEIN KLEIDERSCHRANK ÜBERFORDERT MICH REGELMÄßIG

Obwohl er gerammelt voll ist, stehe ich unglücklich davor und habe das Gefühl ich habe nichts anzuziehen. Meistens hab ich dann was Neues gekauft und die Neuankömmlinge waren natürlich immer spannender wie das Alt Eingesessene. Wenigstens für die ersten Wochen – dann wurde das auch schon wieder irgendwie langweilig, also musste wieder etwas Neues her.

Jetzt, da mein Kleiderschrank um einiges leichter geworden ist, habe ich ein ganz anderes Gefühl, wenn ich davor stehe. Ich liebe alle Teile, die ich jetzt besitze und viele davon sind einige Jahre alt. So habe ich einen tollen Überblick über alles und ich probiere ganz neue Kombinationen aus.
Das möchte ich gerne so beibehalten und in Zukunft genau überlegen, ob ich das neue Teil wirklich brauche.

MATERIELLE DINGE MACHEN NICHT GLÜCKLICH

Wenn ich auf Reisen bin, fällt mir das besonders auf. Vor allem in Entwicklungsländern, wie Sansibar oder Bali haben die Menschen bei weitem nicht den Besitz, den wir in Österreich haben. Doch wenn man die Menschen dort beobachtet, scheinen sie viel glücklicher und lebensfroher als wir. Die Kinder spielen mit alten Fahrradreifen und haben den größten Spaß. Wie würden die Kinder bei uns reagieren, wenn sie mit einem Fahrradreifen spielen “müssten”? Das wäre doch unmöglich …

Wir befinden uns in einem verflixten Kreislauf, immer auf der Suche nach Glück. Wir wollen einen guten Job, in dem wir gutes Geld verdienen um uns mehr Besitz kaufen zu können, eine größere Wohnung und ein tolleres Auto … Doch wann sind wir zufrieden? Wann ist unsere Gier gesättigt?

Mit diesem Thema beschäftige ich momentan sehr intensiv und ich muss sagen, dass ich für mich zur Erkenntnis gekommen bin, dass ich diese Besitztümer eigentlich alle gar nicht brauche. Jedenfalls nicht diese große Menge. Weil sie uns im Prinzip nur behindern und Ballast sind.

Ich möchte mein Geld lieber in Dinge und Erlebnisse investieren, die mir Freude bereiten. Und zwar langfristig.

FAST FASHION UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF UNSERE GESUNDHEIT,
UNSERE MITMENSCHEN UND DIE UMWELT

Zuguterletzt noch ein Punkt, mit dem ich mich in Zukunft hier auf meinem Blog noch intensiver beschäftigen bzw. euch viel Wissen vermitteln möchte.
Dieses Mal nur kurz angeschnitten.

Am 24. April 2013 ist in Bangladesch eine Textilfabrik eingestürzt, aufgrund von schlechter Wartung des mit Menschen vollgestopften Gebäudes. Bei dieser Katastrophe sterben 1135 Menschen, 2438 werden verletzt. In diesen Fabriken, wird die Mode hergestellt, die wir konsumieren. 

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es denn eigentlich möglich ist, dass die großen Modeketten so günstige Mode anbieten können? Wie kann es sein, dass ein T-Shirt bei uns unter € 10,- verkauft wird, obwohl in China oder Bangladesch produziert wird? Was verdient denn derjenige wirklich, der das T-Shirt näht? Und wie viel Gewinnspanne schlägt letztendlich die Modemarke noch drauf? Die Modebranche ist ein beinhartes Geschäft, der Preisdruck ist immens und diesen Preis gibt übrigens auch der Konsument vor. Wir sind es gewohnt so günstig Mode einzukaufen und auch nicht gewillt viel mehr Geld dafür auszugeben. Was das allerdings für Auswirkungen mit sich zieht – darüber machen sich die meisten gar keine oder sehr wenige Gedanken.
Hier ein anschauliches Beispiel zur Preisstruktur:

Am Beispiel einer Jeans lässt sich verdeutlichen, warum die Produktion in Schwellenländern für westliche Unternehmen so attraktiv ist: Hergestellt wird die Jeans in Bangladesch für weniger als einen Euro. 80 Cent davon decken die Fabrikkosten (Löhne und Sicherheitsmaßnahmen), 23 Cent machen den Gewinn aus. Bis die Jeans im Laden hängt, kommen noch Kosten für Material (ca. 18 %), Transport (20%), Vertrieb und Ladenmiete (47%) hinzu. Die Gewinnmargen für die Labels sind enorm, der Lohn für die meist jungen Arbeiterinnen gering. Frauen zwischen 18 und 25 Jahren arbeiten täglich bis zu 16 Stunden, teilweise auch mehr. Sie erhalten, wie die Clean Cloth Campaign berichtet, um die 35 Euro pro Monat. (inklusive Überstunden)
Quelle: http://www.fastfashion-dieausstellung.de/de/oekonomie

Fast Fashion belastet auch Umwelt und Gesundheit – das fängt an beim riesigen Wasserverbrauch in der Herstellung, den verwendeten Färbemitteln, Bleichmittel und Weichmacher, die die Umwelt belasten, Flüsse und Seen verunreinigen und somit in den Entwicklungsländern einen massiven Trinkwasser-Mangel auslösen, und reicht bis hin zu den Rückständen von Blei, Pestiziden, Insektiziden & Flammschutzmittel, die in der Kleidung der wir tragen, nachgewiesen sind.

Wie ihr seht, gibt es für mich einige Gründe für diesen Shopping Ban. Und deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass ich das so durchziehen werde, wie ich es mir vorgenommen habe. Wenn man nämlich das richtige WARUM für sich gefunden hat, ist alles gar nicht mehr so schwer.

MEINE REGELN FÜR DIE NÄCHSTEN 4 MONATE

Ich bin also jetzt schon mitten drinn in meinem Shopping Ban – gestartet habe ich am 01. Juni.
Und hier sind meine Regeln für die nächsten 4 Monate:

Simone Stocker_4 Monate Shopping Verbot - 4 month Shopping Ban

Ich werde euch auf jeden Fall berichten wie es mir geht. Falls ihr Fragen habt oder über einen Punkt nähere Infos haben möchtet, gebt Bescheid!
Und ich würde mich freuen, wenn sich mir jemand anschließt und wir dieses Shopping Verbot gemeinsam durchziehen können! 🙂

Alles Liebe,
Simone

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12 Comments

  • Reply Kristina June 23, 2017 at 10:12

    Ich verzichte hin und wieder einen Monat darauf nichts zu kaufen, aber deine Regeln sind wirklich strikt – wow. Ich bin gespannt, was du hier berichtest, wie das Ganze funktioniert. Vermehrt auszumisten und Kleidung zu verkaufen versuche ich auch gerade, konnte schon einiges loswerden und es fühlt sich gut an!
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

    • mm
      Reply Simone June 25, 2017 at 11:22

      Ja, ich wollte wirklich strikt sein um mich selbst zu challengen 😉 Ich bin zwar erst im ersten Monat, aber momentan fällt es mir gar nicht schwer und ich merke wie sich mein Bewusstsein total verändert. Ich werde aber berichten wie es mir geht – vielleicht mach ich jeden Monat ein Update und berichte was ich schon gelernt habe, was mir schwer fällt etc.
      Aber ich finde es super, dass du das manchmal monatsweise durchziehst!

      Alles Liebe,
      Simone

  • Reply Melanie June 23, 2017 at 13:40

    Ein toller Post und ich finde deine Idee total klasse! Ich hatte mir auch schon überlegt ganz auf Kooperationen zu verzichten. Ich wollte auch mal ein Shopping Verbot einführen, habe es aber nie geschafft. Dann hänge ich mich jetzt an deinen Shopping Ban dran :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

    • mm
      Reply Simone June 25, 2017 at 11:23

      Ja genau häng dich dran – finde ich super 🙂
      Bin gespannt wie es dir geht Melanie!

      Alles Liebe,
      Simone

  • Reply Bianca June 23, 2017 at 13:49

    Ich habe so viele Bücher, die ich nicht mehr anschaue, da ich schon seit einigen Jahren nur mehr über den Kindle lese. Die Bücher sehen zwar hübsch aus, sie bringen mir aber keinen Mehrwert. Ich finde momox spannend – könntest du darüber mehr erzählen? Wie funktioniert das denn genau? Ich wünsche dir außerdem viel Erfolg bei deinem Vorhaben! Ich habe in letzter Zeit auch unermüdlich geshoppt, um dann am Ende festzustellen, dass es einen doch nicht weiter bringt, geschweige denn glücklich macht. LG Bianca (blanca_pura you know ;-))

    • mm
      Reply Simone June 25, 2017 at 11:27

      Hi liebe Bianca,

      das stimmt absolut, außerdem brauchen die Bücher extrem viel Platz.
      Ich finde Bücher auch schön und ich weiß noch nicht genau, ob ich mich an den Kindle gewöhnen kann. Aber auf jeden Fall wäre es minimalistischer und nachhaltiger und steht nicht so viel Zeug herum 😉
      Momox ist super – auf momox.at gibst du einfach die ISBN Nr. vom Buch ein (du kannst auch CDs, DVDs etc verkaufen) und dann erhältst du sofort den Ankaufspreis. Dann kannst du entscheiden ob du das Buch um diesen Preis verkaufen möchtest oder nicht. Und dann kannst du dir sogar ein Label ausdrucken für dein Paket – du zahlst also nichts für den Versand. Hab im letzten Monat ca. 70 Bücher verkauft und hab € 230,- verdient 🙂

      Und dankeschön – ich bin auch schon gespannt wie es mir geht 🙂

      Alles Liebe,
      Simone

  • Reply Luisa July 5, 2017 at 00:34

    Was für ein interessanter Beitrag! Ich beschäftige mich in letzter Zeit auch sehr intensiv mit Minimalismus, einem bewussteren Konsum was Mode betrifft und finde das Projekt “Capsule Wardrobe” sehr spannend. Ich war zwar niemand, der extrem geshoppt hat, möchte aber immer mehr auf die Qualität und Herstellungsbedingungen achten und bewusster Kleidungssücke kaufen, die exakt zu mir und meinem Kleidungsstil und meiner restlichen Garderobe passen.

    Liebe Grüße
    Luisa von http://www.sparklyinspiration.com/

    • mm
      Reply Simone July 5, 2017 at 12:19

      Liebe Luisa,
      schön – da befinden wir uns ja momentan auf dem selben Weg. Nur, dass ich jemand bin, der in der Vergangenheit wirklich sehr viel geshoppt hat. Und ich bin so froh darüber, dass es bei dir dann doch KLICK gemacht hat 🙂 Es ist nämlich ein ganz wunderbares Gefühl und es fällt mir momentan noch absolut nicht schwer nichts einzukaufen. Ich bin gespannt, wie lange das hält 🙂
      Capsule Wardrobe finde ich auch sehr interessant – obwohl ich mich noch nicht im Detail darüber informiert habe. Muss ich nochmal genauer machen 😉 Aber grundsätzlich gehts darum, dass alles im Kleiderschrank zusammenpasst und untereinander kombinierbar ist, oder?
      Ich wünsche dir auf jeden Fall Alles Gute für deinen Weg – ich finde das sehr schön, dass auch du dir über bewussten Konsum Gedanken machst und ich hoffe wir können uns in Zukunft öfter über unsere Erfahrungen austauschen 🙂

      Alles Liebe,
      Simone

  • Reply Jana July 9, 2017 at 18:20

    Liebe Simone,
    colle Challenge! Danke für den interessanten Beitrag. Ich bin seit etwas über einem Jahr dabei, meine Wohnung (und gleichzeitig mein Leben) von unnützen Dingen zu befreien. Habe dabei sehr viel bei z.B. Ebay oder Kleiderkreisel verkauft und insgesamt viel ausgemistet. Und irgendwie könnte ich immer noch weitermachen. Was total spannend ist, dass ich dadurch auch achtsamer beim Shoppen geworden bin. Ich kaufe viel weniger, aber wenn dann sehr qualitative Dinge. Weniger ist mehr heißt es ja so schön. Und irgendwie ist es total befreiend, nicht ständig von Krimskrams und Kleiderschrank überfordert zu sein. Ich wünsche dir viel Spaß und gutes Gelingen bei deiner Challenge.
    Viele liebe Grüße, Jana

    • mm
      Reply Simone July 10, 2017 at 10:25

      Liebe Jana,
      ja, ich glaube da wird man nie fertig – ich glaube das ist ein Prozess und wichtig ist halt, dass man sich selbst keinen Stress macht. Kleine Schritte hin zum Minimalismus 🙂
      Ich bin nämlich auch ein Mensch, der sich oft zu viel vornimmt und ich bin relativ ungeduldig. Aber da stresst man sich nur unnötig. Und der Prozess bzw. das Ausmisten soll ja auch Spaß machen 🙂
      Ich merke das auch schon, dass ich viel bewusster einkaufe. Bzw. jetzt gerade eben gar nicht – und es fällt mir gar nicht schwer. Finde das auch total witzig, da ich vorher wirklich ein bisschen ein Shopaholic war 🙂
      Ich wünsche dir auch noch weiterhin viel Spaß beim Entrümpeln!
      Alles Liebe,
      Simone

  • Reply Sabrina July 26, 2017 at 15:42

    Hallo Simone,
    wie läuft es so? Ich wollte das auch schon lange mal machen, aber immer wenn ich viel bei Instagram usw. bin, wusste ich vorher, dass es eh nix wird.
    Aber mit dem Flohmarktverkauf Anfang August will ich endlich eine 1-3 monatige Auszeit (Verbot kling so hart) schaffen.
    Das Ganze hat diesmal auch einen Hintergrund, der mich hoffentlich stark bleiben lässt.
    Ich will mich mehr aufs Reisen, als auf Konsum fokussieren und hoffe auch bald wieder eine größere Reise machen zu können.
    Liebe Grüße aus Hamburg, Sabrina

    • mm
      Reply Simone August 7, 2017 at 20:03

      Liebe Sabrina,
      es läuft sehr gut 😉 ich habe ja auch eine große Reise ab September geplant und deshalb möchte ich mein Geld auch lieber in Erlebnisse investieren.
      Bei den Klamotten fällt es mir gerade gar nicht schwer. Ich werde eher bei Bücher und Hörbücher ein bisschen schwach bzw. muss ich mich da wirklich zusammenreissen. Aber es ist eine sehr gute Schule 🙂
      Ich wünsche dir, dass du es auch durchhalten kannst! Viel Erfolg dafür 🙂

      Alles Liebe,
      Simone

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